
Wer Pädagogische Fachkraft werden möchte, hat die Wahl – klassische Berufsausbildung im dualen System oder PiA? Iris Kreppenhofer (GEA) hat sich im Februar 2025 für ein Job-Special mit Julian Schmid (28) vom Kinderhaus Brühlstraße in Metzingen unterhalten. Dabei kamen sie auch auf die beiden unterschiedlichen Ausbildungswege zu sprechen.
🔹Klassisch: Erst mal Schule!🔹
Am Anfang der klassischen Ausbildung zur Pädagogischen Fachkraft steht – wenn man keine Fachhochschulreife hat – zunächst ein rein schulisches, einjähriges Berufskolleg. Danach geht es für zwei Jahre auf die Berufsfachschule. Hier wird dann auch in Praktika gearbeitet. Ein Vorteil in diesem Ausbildungsmodell: Die Schulferien sind frei.
Mit der Fachhochschulreife fällt das Berufskolleg weg und die Auszubildenden fangen bei der klassischen Ausbildung zur Pädagogischen Fachkraft direkt in der Berufsfachschule an. Allerdings wird erst im vierten Jahr, dem sogenannten Anerkennungsjahr in einer Einrichtung für Kinder, ein Praktikantengehalt bezahlt.
🔹Die Praxisintegrierte Ausbildung (PiA)🔹
PiA ist eine relativ neue Form der Ausbildung zur Pädagogischen Fachkraft. Sie dauert nur drei Jahre und hat den Vorteil, dass sich von Anfang an Schule und Praxis abwechseln. »Was man in der Schule lernt, kann man gleich anwenden«, beschreibt Julian Schmid den Ausbildungsalltag in der PiA.
In der PiA-Ausbildung wird auch von Anfang an ein Gehalt bezahlt. Tariflich sind dies derzeit rund 1.300 Euro im ersten Lehrjahr und circa 1.500 Euro im dritten Ausbildungsjahr. Dafür wird bei der PiA-Ausbildung allerdings auch in den Schulferien in Vollzeit gearbeitet. Deshalb gibt es für PiA-Azubis 30 Tage Urlaub im Jahr plus zwei sogenannte Regenerationstage.
🔹Der Freiwilligendienst als Vorsprung🔹
Julian Schmid absolvierte nach dem Abitur zunächst ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Integrativen Kinderhaus der KBF im Metzinger Neugreuth, wo Kinder mit und ohne Behinderung betreut werden. Dieses FSJ konnte ihm als Vorpraktikum für seine Ausbildung zur Pädagogischen Fachkraft angerechnet werden.
Somit konnte Julian direkt in die PiA bei der Stadt Metzingen einsteigen. Damit war er immer zwei Tage in der Woche in seinem Ausbildungsbetrieb, dem Kindergarten Hermann-Löns-Platz, und drei Tage an der Mathilde-Weber-Schule in Tübingen.
💡 Über diesen Beitrag
Dieser Text zeigt für #REGIOALBJOBS adaptierte Ausschnitte aus einem Artikel von Iris Kreppenhofer (GEA), der erstmals im Februar 2025 im Rahmen einer Sonderveröffentlichung zum Thema „Pädagogische Fachkräfte für Kindergarten und Kita“ erschien.