Recruting-Umfrage: Bewerber werden anspruchsvoller

Umfrage im Mittelstand: Personal-Recruting künftig noch schwieriger

Die Suche nach Mitarbeitern ist für Mittelständler inzwischen eine echte Herausforderung. Besonders schwierig ist es, gut ausgebildete Fachkräfte und Führungspersonal zu finden. In einer aktuellen Umfrage der RWT Personalberatung in Reutlingen wurden die sogenannten Recruiting-Trends und die Zukunfts-Strategien von mittelständischen Unternehmen in Baden-Württemberg unter die Lupe genommen. „Die Ansprüche der Bewerber ändern sich und auch die Methoden bei der Personalsuche“, erläutert Geschäftsführerin Bettina Lutz.

Zunächst ging es um die Frage: Wie schätzen die Unternehmen ihre eigene Attraktivität für potenzielle Bewerber ein? Bezogen auf den Firmenstandort gaben insgesamt 69 Prozent der befragten Firmen an, eher attraktiv zu sein, 31 Prozent bewerteten ihren Standort als eher unattraktiv. Als klares Manko werden insbesondere Standorte im ländlichen Raum angesehen.

Weiter belegt die Umfrage, dass viele Unternehmen bereits ein umfangreiches Angebot speziell für ihre Mitarbeiter haben. Im Umkehrschluss heißt das aber, dass einzelnen Firmen wenig Spielraum bleibt, sich durch solche weichen Faktoren wie Mitarbeiterparkplätze, vermögenswirksame Leistungen, Fortbildungen oder flexible Arbeitszeiten positiv von anderen abzuheben.

Recruting-Umfrage RWT Reutlingen

Recruting-Umfrage RWT Reutlingen – Bewerber werden anspruchsvoller

Gestiegene Erwartung an Unternehmen

Die Auswertung zeigt, dass es firmeninterne Angebote gibt, die längst als Standard gelten und von Arbeitnehmern vorausgesetzt werden. „Bewerber kommen mit einer größeren Erwartungshaltung auf die Firmen zu“, sagt Bettina Lutz.

„Mitarbeiter-Angebote, die bei weniger als 40 Prozent der befragten Firmen zu finden sind, könnten Potenzial bieten, sich damit einen Wettbewerbsvorteil bei Mitarbeiterbindung und -gewinnung zu verschaffen“, heißt es in der Studie. Hierzu gehören zum Beispiel Fahrtkostenzuschüsse, regelmäßige Gesundheitsangebote, Kindergarten-Zuschüsse oder Lebensarbeitszeit-Konten.

Veränderungen gibt es auch bei der Suche nach neuen Mitarbeitern, die habe sich teilweise von den Printmedien auf die Onlineportale und Social-Media-Kanäle verlagert, lautet ein Ergebnis. Dieser Trend werde sich bis 2020 weiter verstärken. „Auffällig ist, dass insbesondere regionale Tageszeitungen von Firmen noch häufig für ihre Stellenangebote genutzt werden“, informiert Matthias Bergmann, Prokurist der RWT Personalberatung.

Immer wichtiger wird die gezielte Personal-Rekrutierung über soziale Medien und Netzwerke. „Wir müssen die Bewerber inzwischen verstärkt direkt ansprechen und sie dort abholen, wo sie sind“, erklärt Bettina Lutz. Die Studie hat weiterhin eine große Diskrepanz ergeben zwischen den Zukunftserwartungen in puncto Personalsuche und dem, was Firmen bereit sind, dafür mehr zu tun. Vor allem die Budgets für die Bewerbersuche seien noch nicht ausreichend gewichtet, bemängelt Bettina Lutz.

Pessimistisch zeigen sich die befragten Mittelständler vor allem, was die Suche nach besonders qualifiziertem Personal angeht: 84 Prozent befürchten, es werde in den kommenden fünf Jahren schwieriger, Stellen mit Fachkräften zu besetzen. 74 Prozent erwarten mehr Probleme bei der Suche nach Führungskräften. Für die Umfrage Recruiting heute und 2020 wurden knapp 2 700 Unternehmen in ganz Baden-Württemberg angeschrieben, insgesamt 106 Unternehmen füllten den Online-Fragebogen aus. Die Umfrage soll im kommenden Jahr wiederholt werden, auch um langfristige Trends abzubilden. „Wir verstehen das Ergebnis als einen Leitfaden für Unternehmen, wie sie sich bei der Personal-Suche noch besser aufstellen können“, sagt Matthias Bergmann. Detaillierte Ergebnisse gibt es im Internet. (GEA)

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